Installation & Setup auf meiner UGREEN-NAS – Paperless-NGX – Teil 3


Nachdem wir in Teil 2 einen Blick darauf geworfen haben, wie Paperless-NGX im Hintergrund arbeitet, geht es heute endlich ans Eingemachte: Die Installation.
Und zwar genau so, wie ich sie bei mir durchgeführt habe – auf meiner UGREEN-NAS, mit Docker und einer klaren Ordnerstruktur.

Dieser Artikel bildet das technische Fundament der Serie.
Ab Teil 4 kümmern wir uns dann um die eigentliche Konfiguration und Organisation.

Warum die UGREEN-NAS für Paperless-NGX ideal ist

Für ein Dokumentenmanagement-System wie Paperless-NGX braucht es eine Plattform, die:

  • dauerhaft und stabil läuft
  • wenig Strom verbraucht
  • Docker unterstützt
  • genügend Speicherplatz für viele PDFs bietet
  • und zuverlässig im Hintergrund arbeitet

Meine UGREEN-NAS erfüllt genau diese Anforderungen.
Sie ist leise, effizient und Docker lässt sich wunderbar darüber betreiben.
Damit war klar: Paperless-NGX soll hier laufen – nicht auf einem PC, nicht in der Cloud, sondern lokal in meinem eigenen Netzwerk.


Welche Installationswege generell möglich wären

Bevor ich zeige, wie ich es gemacht habe, ein kurzer Überblick über Alternativen.
Denn Paperless-NGX ist sehr flexibel und lässt sich auf vielen Wegen betreiben:

1. Direkte Linux-Installation (Ubuntu, Debian, Rocky, …)

Der klassische Weg. Funktioniert sehr gut, erfordert aber mehr Pflegeaufwand.

2. Docker auf NAS, Server oder PC

Das ist die empfohlene Variante, weil:

  • die Dienste sauber getrennt sind
  • Updates nur wenige Sekunden dauern
  • Backups extrem leicht sind

Läuft auf: Synology, TrueNAS, Unraid, Raspberry Pi, Linux-Server, Windows/macOS – und natürlich auf der UGREEN-NAS.

3. Raspberry Pi oder Mini-Server

Beliebt, weil stromsparend und günstig.
OCR dauert etwas länger, aber absolut brauchbar.

4. Externer Server (VPS oder Cloud-Hosting)

Technisch problemlos.
Aber: Private Dokumente wie Versicherungen, Verträge oder Rechnungen möchte ich persönlich nicht auf einem öffentlichen Server speichern.
Daher: Für mich ausgeschlossen.

Und genau deshalb habe ich mich für die lokale Installation auf meiner UGREEN-NAS entschieden.


Meine Ordnerstruktur – klar getrennt und übersichtlich

Bevor ich auch nur einen Docker-Container gestartet habe, habe ich die Verzeichnisse vorbereitet.
Ich wollte genau wissen, wo was liegt.

Meine Struktur:

/volume1/docker/paperless/
   consume/     ? Eingang für neue Scans & Dateien
   data/             ? App-Daten von Paperless-NGX
   media/          ? verarbeitete PDFs & Archiv
   export/          ? optionale Exporte
   redisdata/     ? Redis-Daten
   database/     ? PostgreSQL-Datenbank

Damit liegen:

  • App-Daten
  • OCR-Ergebnisse
  • Datenbank
  • Cache
  • und alle Dokumente

sauber voneinander getrennt.
Das erleichtert Backups, Updates und eine spätere Wiederherstellung enorm.


So habe ich Paperless-NGX auf meiner UGREEN-NAS installiert

1. Docker öffnen

Über das Webinterface der UGREEN-NAS gehe ich in den Bereich „Container“.
Dort lassen sich neue Stacks/Projekte anlegen.

2. Neues Compose-Projekt erstellen

Ich habe ein Projekt angelegt und dort meine Compose-Datei eingefügt.

Die vollständige docker-compose.yml inklusive Erläuterungen veröffentliche ich im Sonderartikel, der unten bereits verlinkt ist.

3. Ordner einbinden

In der Compose-Datei habe ich alle zuvor angelegten Ordner eingebunden:

  • consume ? Eingang
  • media ? fertige PDFs
  • data ? App-Daten
  • database ? PostgreSQL
  • redisdata ? Redis-Cache
  • export ? Exportverzeichnis

Damit bleibt alles sauber getrennt.

4. Stack starten

Ein Klick auf „Starten“ – und die drei Dienste liefen:

  • Redis
  • PostgreSQL
  • Paperless-NGX Webserver

Nach wenigen Sekunden war alles bereit.

5. Browser öffnen

Ich rufe Paperless-NGX unter:

http://<NAS-IP>:8010

auf und kann mich einloggen.
Ab hier beginnt dann die eigentliche Einrichtung – und darum wird es in Teil 4 gehen.


Warum ich dieses Setup heute jedem empfehlen würde

  • Läuft komplett lokal – keine Cloud, kein Risiko
  • Stromsparend und stabil
  • Updates in Sekunden erledigt
  • Backups sind kinderleicht
  • Die UGREEN-NAS hat genug Leistung für OCR und Indexierung
  • Das System arbeitet absolut zuverlässig im Hintergrund

Es war die beste Entscheidung, Paperless-NGX auf diese Weise aufzusetzen.


Fazit

Damit ist das Fundament gelegt:
Paperless-NGX läuft stabil auf meiner UGREEN-NAS.
Ordnerstruktur und Docker-Setup stehen – und alles ist bereit für den nächsten Schritt.

In Teil 4 geht es dann um die Frage:
Wie organisiere ich meine Dokumente sinnvoll?

  • Dokumententypen
  • Tags
  • Korrespondenten
  • erste Automatisierungen

Jetzt wird Paperless-NGX wirklich zum Dokumentenmanagement-System.


Weiterführende Artikel dieser Serie

6 Kommentare zu „Installation & Setup auf meiner UGREEN-NAS – Paperless-NGX – Teil 3“

  1. Moin Oliver,
    wie bist das Problem mit dem Ordner Eigentümer für PostgreSQL umgegangen?
    Bei mir ist nach dem Start des Docker Containers der Eigentümer des Ordners database der user dnsmasq bzw. über App Dateien der User 999.
    Hattest du etwas dagegen unternommen oder hatest du das gar nicht?

    VG

    Antworten
    • Hallo Komo,
      das Verhalten ist grundsätzlich normal und kein spezifisches Problem von Paperless oder PostgreSQL.

      Der Postgres-Container arbeitet intern mit einer festen UID/GID, typischerweise 999. Wenn du ein Host-Verzeichnis per Bind-Mount einbindest, wird dieses Verzeichnis vom Container entsprechend auf diese UID umgestellt. Auf vielen NAS-Systemen ist diese UID bereits einem bestehenden Systembenutzer zugeordnet, häufig dnsmasq. Deshalb erscheint der Ordner dann mit diesem Namen.

      Wichtig ist dabei nicht der angezeigte Benutzername, sondern die numerische UID/GID. Solange der Container sauber startet und PostgreSQL ohne Fehler auf das Datenverzeichnis zugreifen kann, besteht kein Handlungsbedarf.

      Ich habe bei mir nichts Spezielles dagegen unternommen. Eingreifen würde ich nur dann, wenn es tatsächlich zu Berechtigungsproblemen kommt, also z. B. wenn die Datenbank nicht initialisieren kann oder Schreibfehler auftreten. In solchen Fällen würde ich den Ordner vorab gezielt auf die passende UID/GID setzen.

      Viele Grüße

      Antworten

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