Inhaltsverzeichnis
- Fazit: Sechs Tage Special Olympics in Saarbrücken – emotional, fordernd, unvergesslich
- Empfehlung: Jeder sollte einmal Volunteer bei den Special Olympics gewesen sein
- Aufwand: Hoch (körperlich und emotional), aber jeden Moment wert
Einleitung
Sechs Tage, die bleiben. Zwischen Hitzerekorden, überglücklichen Athleten und Momenten, die man nicht vergisst. Nach meinen täglichen Berichten der letzten Woche hier nun mein Fazit zu den sechs Tagen als Volunteer bei den Special Olympics Nationalen Spielen in Saarbrücken.
Ankunft: Wecker um 6, Frühstück um 7
Die Tage begannen früh. Wecker um 6 Uhr, Frühstück um Viertel vor 7, dann mit den Kollegen in Saarbrücken mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Stadion. Was folgte, war ein Programm, das mich körperlich und emotional gefordert hat – ununterbrochen bei weit über 30 Grad, oft in der prallen Sonne.
Trotz der Hitze: Ich habe keinen dieser Tage bereut.
Die vielen Gesichter des Volunteer-Einsatzes
Es gibt viele Positionen für Volunteers bei dieser Veranstaltung. Jede hat ihren eigenen Charakter, ihre eigenen Herausforderungen – und ihre eigenen magischen Momente.
Riegenführer – der schönste Job für mich
Für mich persönlich ist die schönste Position die als Riegenführer. Die Sportler kommen ins Aufrufzelt, sind nervös, brauchen Unterstützung. Sie erzählen dir ihre Geschichten, ihre Erwartungen, ihre Ängste. Dann geht es raus auf das Feld – Schuhwechsel, Akkreditierungen abnehmen, nochmal abklatschen.
Und dann der Moment im Ziel: den Sportlern ihre Akkreditierung zurückgeben und in überglückliche Gesichter schauen. Menschen, die ihr Bestes gegeben haben. Egal ob letzter, erster oder zweiter Platz. In diesem Augenblick zählt nur eines: Sie haben es geschafft.
Medaillenvergabe – nichts für schwache Nerven
Die Medaillenvergabe ist eine der emotionalsten Positionen, die man als Volunteer bei den Special Olympics erleben kann. Für mich persönlich ist das kein Job mehr. Ich habe ihn in meiner Anfangszeit einmal beobachtet und schnell gemerkt: Da bin ich zu emotional dabei. Ich würde am Ende der Woche nur noch mit roten Augen rumlaufen.
Deshalb bin ich froh, dass es Kollegen gibt, die diese Aufgabe gerne übernehmen. Einer von ihnen war anfänglich skeptisch – bis er es selbst erlebte.
„Das ist ja voll langweilig, das kann ich mir gar nicht toll vorstellen“, sagte er zu mir. Ich antwortete: „Okay, dann fangen wir an. Nach drei Tagen komme ich auf dich zu. Wenn du dann immer noch meinst, es ist langweilig, finden wir Ersatz.“
Nach zwei Tagen winkte er mich herbei: „Oliver, du brauchst keinen Ersatz. Es gibt keinen schöneren Job hier auf den Special Olympics als bei der Medaillenvergabe zu helfen. Ich bleibe hier.“
Warum ich mich bewusst nicht beworben habe
Die Frage liegt nahe: Warum habe ich mich dann nicht für die Medaillenvergabe beworben? Oder als Riegenführer?
Ich habe mich bewusst weder für den einen noch für den anderen Job entschieden. Weil es mir wichtiger war, dass meine Kollegen diese Momente erleben dürfen. Dass ich ihnen den Rücken freihalte. Dass sie die Begegnungen mit den Athleten mit nach Hause nehmen.
Der Moment, der bleibt
Und dann kam dieser eine Moment, der alles zusammengefasst hat.
Ich stand gedankenverloren auf dem Sportfeld, als einer der Sportler auf mich zukam – ohne Vorrede, einfach so. Er bedankte sich dafür, dass wir als Volunteers die Veranstaltung unterstützen.
Ich sagte: „Das ist doch selbstverständlich.“
Er sagte: „Nein, das ist es nicht. Deshalb möchte ich mich bedanken.“
Kein Vorgespräch, keine Bühne. Einfach ein Mensch, der Danke sagt. Das war mein emotionalster Punkt in diesen sechs Tagen.
Was bleibt
Ich hoffe, dass viele Volunteers vor Ort solche Momente hatten. Dass sie sie in den nächsten Wochen und Monaten im Herzen tragen und Kraft daraus schöpfen. Denn genau das ist es, warum ich das mache. Warum ich mit so viel Elan dabei bin. Weil es Spaß macht. Weil es Sinn macht. Weil es zeigt, was möglich ist, wenn Menschen füreinander da sind.
Danke an alle, die das möglich gemacht haben. Und an die Athleten, die uns gezeigt haben, worauf es wirklich ankommt.
Was war dein schönster Volunteer-Moment? Schreib es in die Kommentare.
