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Laufen am rechten oder linken Fahrbahnrand – was gilt eigentlich?

18. Dezember 2025 · von Oliver Muenk

11.000 Schritte am Tag. Über 500 Tage hinweg.
Bei Wind, Regen, Hitze und Kälte – kurz gesagt: durch alle Jahreszeiten. Wer so viel draußen unterwegs ist, erlebt nicht nur schöne Momente, sondern auch Diskussionen, Beinahe-Unfälle und erstaunlich viel Unsicherheit rund um eine scheinbar einfache Frage:

Auf welcher Seite der Straße läuft man eigentlich richtig – rechts oder links?

Gerade auf schmalen Feld- und Wirtschaftswegen außerhalb geschlossener Ortschaften sorgt dieses Thema regelmäßig für Konflikte.


Opa hatte recht (und die StVO auch)

Schon früh habe ich von meinem Opa einen simplen, aber einprägsamen Satz gelernt:

„Wenn es keinen Gehweg gibt, läuft man gegen den Verkehr – dann sieht man, wer kommt.“

Damals war das Lebenserfahrung. Heute weiß ich: Es ist auch Gesetz.


Was § 25 StVO wirklich sagt – kurz und verständlich

Die Regelung für Fußgänger findet sich eindeutig in § 25 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO):

Quelle:
§ 25 StVO – Fußgänger
https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__25.html

Damit ist die Rechtslage klar:
Außerorts ist links laufen richtig.


Warum links laufen sinnvoll ist – auch ohne Paragraphen

Diese Regel existiert nicht aus bürokratischem Selbstzweck, sondern aus Sicherheitsgründen:

Sichtkontakt
Wer links läuft, sieht den entgegenkommenden Verkehr frühzeitig und wird selbst besser wahrgenommen.

Mehr Reaktionszeit
Beide Seiten können abbremsen, ausweichen oder sich verständigen.

Weniger Überraschungen
Niemand taucht plötzlich von hinten auf – weder Auto noch Radfahrer.

Gerade auf schmalen, einspurigen Wirtschaftswegen ohne Seitenstreifen ist das ein entscheidender Sicherheitsfaktor.


Warum es trotzdem ständig Streit gibt

Trotz klarer Gesetzeslage erlebe ich mindestens einmal pro Woche Diskussionen:

Der Grund ist meist derselbe:
Viele kennen § 25 StVO nicht oder wenden Verkehrsregeln für Fahrzeuge automatisch auf Fußgänger an. Das ist rechtlich falsch, aber weit verbreitet.


Radfahrer von hinten – ein häufiger Konflikt

Besonders häufig eskaliert die Situation mit Radfahrern, die von hinten kommen und behaupten, man laufe „auf der falschen Seite“.

Dabei ist gerade das Gegenteil der Fall:
Links laufen sorgt dafür, dass entgegenkommende Radfahrer frühzeitig sichtbar sind, während Radfahrer von hinten in der Regel ausreichend Platz haben, um auszuweichen.


Erfahrungen aus über 500 Tagen draußen

Spiegelkontakte

Zweimal bin ich so knapp passiert worden, dass der Außenspiegel eines Autos eingeklappt wurde.
Nicht angenehm, aber genau deshalb laufe ich lieber links: Ich sehe, was kommt, und kann reagieren.

Endlose Diskussionen

Versucht man ruhig die Rechtslage zu erklären, wird das oft abgewinkt.
„Hat man schon immer anders gemacht“ ist ein häufiges Argument – ändert aber nichts an der Realität auf der Straße.

Hundebesitzer auf Feldwegen

Selbst Hundebesitzer klagen über gefährliche Radfahrer, laufen aber häufig rechts.
Dabei würde Linkslaufen mehr Übersicht und Sicherheit für alle Beteiligten schaffen – inklusive der Hunde.


Mein Fazit nach über 500 Tagen

Ich weiche aus, wenn es sinnvoll ist.
Ich gehe in den Grünstreifen, wenn Platz ist.
Aber ich akzeptiere nicht, dass falsche Annahmen als Wahrheit verkauft werden.

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